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Ich muss zugeben, ich liebe diese Band einfach. GREEN CARNATIONs «A Dark Poem, Part II: Sanguis» versucht nicht, den Zuhörer mit schierer Komplexität zu überwältigen. Die Stärke liegt woanders: in der Zurückhaltung, der emotionalen Klarheit und der unbehaglichen Spannung zwischen Schwere und Verletzlichkeit.
Im Kern von «Guerre Et Paix» liegt eine stille Trotzhaltung. Es ist nicht die offensichtliche Art - keine übertriebene Theatralik, kein verzweifelter Wettlauf in Richtung Extrem – sondern etwas Beherrschteres, beinahe Asketisches, was uns VIA DOLORIS da bieten.
In den letzten Jahren hat die Verbindung nordischer Volksmusik mit elektronischer Musik zu faszinierenden musikalischen Mischformen geführt. Mit «Hugrheim», ihrem zweiten Album und einer konsequenten Fortsetzung ihres sogenannten «Viking War Trance», geht das französische (nee, nix Muminland) Duo EIHWAR noch einen Schritt weiter. Anstatt die antike Mythologie als ferne Museums-Folklore zu präsentieren, verwandeln Eihwar sie in etwas überraschend Verspieltes.
In einer Szene, die klare Etiketten liebt, sind UNVERKALT eine Band, die diese Etiketten zunichte macht. Ihr drittes Album «Héréditaire» ist nicht einfach nur "heftiger" im üblichen Marketing-Sinne, sondern definiert ihren Post Metal Sound durch eine deutlich schwärzere Linse neu. Dabei schärfen sie die emotionale Kante, behalten aber gleichzeitig die Breitbild-Atmosphäre bei, die sie von Anfang an überzeugend gemacht hat.
BIZARREKULTs «Alt Som Finnes» strebt nicht die theatralische Grösse vieler Post Black Metal Alben an, sondern wirkt fast schon besonnen. Es ist wie ein Tagebuch, in dem jeder Track ein privater Gedanke ist, der zufällig verstärkt wurde.
Der italienische Doom entwickelt sich ständig weiter. «De Venom Natura» von PONTE DEL DIAVOLO sticht jedoch gerade deshalb hervor, weil das Album sich weigert, sich wie ein typisches Doom-Album zu verhalten. Dieses zweite Album fühlt sich ein wenig wie ein ritualistischer Liederzyklus an, in dem Atmosphäre, Bewegung und Stimme ebenso wichtig sind wie das Gewicht der Musik.
ALKALOID kennen wirklich keine Grenzen! Morean (v/g), Hannes Grossmann (d), Linus Klausenitzer (b) und Christian Münzner (g) hatten bereits als Mitglieder von Obscura, Triptykon und Dark Fortress den Gesetzen des Metal-Universums getrotzt, aber seit sie sich 2013 zu einer Supergroup zusammengeschlossen haben, experimentieren sie an einer neuen Zusammensetzung des progressiven Death Metals.
Mit «Monochrome» präsentieren HÉR ein Album, das weniger wie eine Sammlung von Songs wirkt, sondern vielmehr wie ein langsamer, anspruchsvoller Ritus. Das in Danzig gegründete polnische Ensemble schöpft tief aus der poetischen Edda, jenem Fundus altnordischer Weisheitsdichtung, der auch Tolkien inspirierte, als er sein eigenes tragisches Legendarium schuf ("..Thurin" nicht "Der Hobbit"). Wie bei Tolkien werden diese alten Quellen nicht als Museums-Stücke behandelt, sondern als lebendige Materie: dunkel, zerbrochen und unangenehm menschlich.
«The Devil's Vertep» von WINDSWEPT basiert auf einer wirklich fesselnden Grundlage: den Aufzeichnungen von Hexen-Prozessen aus dem 18. Jahrhundert in der West-Ukraine. Das Konzept ist reichhaltig, gut recherchiert und sorgfältig strukturiert.
Für Fans der norwegischen Black Metal Grössen 1349 bietet «Winter Mass» genau das, was sie erwarten: rasante Riffs, wilde Drums von Frost und Frontmann Ravn, der mit grimmiger Entschlossenheit heult. Das Live-Set wurde kurz nach der Pandemie in Oslo aufgenommen und vereint Material aus der gesamten Karriere der Band.